Gemeinsam mit der innot GmbH aus München hat die Kindernothilfe ein über drei Jahre angelegtes Ausbildungsprogramm begonnen: Experten von innot trainieren rund 50 Teilnehmer aus Beslan, die den Familien bei der Überwindung ihres Traumas helfen. Diese Berater haben täglich mit Überlebenden der Katastrophe zu tun: als Lehrer, Erzieher, Sozialpädagogen oder Ärzte. Jetzt lernen sie, was ein Trauma ist und wie Opfern geholfen werden kann. Sie arbeiten mit den Kindern und deren Angehörigen und begleiten sie mindestens ein Jahr lang.
Außerdem hat die Kindernothilfe ein Rehazentrum für Kinder und Jugendliche gebaut. Am 10. September wird der russisch-orthodoxe Bischof Feofan das Zentrum einweihen. Auf dem Gelände eines Klosters etwa 45 Autominuten von Beslan entfernt entsteht am Fuße des Kaukasus eine Einrichtung für Kinder, Jugendliche und deren Familien. In ein- oder mehrtägigen Aufenthalten kümmern sich Gestalt-, Spiel- und Reittherapeuten um die Überlebenden. Der integrative Ansatz ist wichtig. Denn auch die Eltern sind oft nicht in der Lage, die Katastrophe zu verarbeiten. Viele haben ein oder sogar mehrere Kinder oder einen Ehepartner verloren. Werkstätten ermöglichen den Jugendlichen außerdem, sich praktische Fertigkeiten etwa in der Holzverarbeitung anzueignen.
Buchtipp: Zum Jahrestag erscheint das Buch Beslan, Requiem der Autorin Andrea Strunk (Brendow, 180 Seiten, ISBN 3-86506-071-4, 14,90 Euro). Die Kindernothilfe erhält von jedem verkauften Exemplar 1 Euro für das Rehazentrum in Beslan.
Kontakt: Sascha Decker, 0203. 7789 230